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Christian-Gottlob-Heyne-Professur am Historischen Seminar mit Prof. Dr. Michaela Hohkamp besetzt

Mit Prof. Dr. Michaela Hohkamp ist am Historischen Seminar der Philosophischen Fakultät seit dem 1. November 2011 die Christian-Gottlob-Heyne-Professur für die Geschichte der Frühen Neuzeit/ Raum und Region besetzt. Damit ist eine international ausgewiesene Historikerin auf die renommierte Stiftungsprofessur berufen worden. In Übereinstimmung mit den Struktur- und Entwicklungsplänen der Philosophischen Fakultät ist das Ziel dieser damit zugleich vorgezogenen Berufung für die Geschichte der Frühen Neuzeit, die bestehende Expertise im Bereich der Frühen Neuzeit auf lange Sicht sicher zu stellen und zugleich weiter auszubauen.

Die Arbeits- und Forschungsschwerpunkte von Prof. Hohkamp liegen in der Geschichte frühneuzeitlicher Herrschaft- und Staatsbildungsprozesse sowie in der Untersuchung von Macht- und Gewalt aus einer Perspektive, die sich mit den Kategorien Raum, Geschlecht und Verwandtschaft verbindet. Forschungen zu ländlichen Regionen und Gesellschaften der Frühen Neuzeit sind hier ebenso zu erwähnen wie Arbeiten über adelige Verwandtschaft im Kontext europäischer Staatsbildungsprozesse. In neuester Zeit sind Arbeiten zu einer Epochen übergreifenden Historiografiegeschichte hinzugetreten, die geschlechtergeschichtlich orientiert sind. Allen diesen Arbeiten ist gemeinsam, dass sie mit theoretischen Konzepten von Raum und Räumlichkeit verknüpft sind, mit Konzepten der „gender-studies“ verbunden sind und sich im Spannungsfeld von Lokalität und Translokalität bewegen.

Nach dem Studium der Fächer Mittlere und Neuere Geschichte, Politikwissenschaften, Soziologie und Kunstgeschichte lange Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen beschäftigt, erfolgte die Promotion von Prof. Hohkamp an der Georgia Augusta in Göttingen mit einer Arbeit über ländliche Lebenswelten im 18. Jahrhundert. Unter dem Titel (abgek.) Herrschaft in der Herrschaft [...] Triberg zwischen 1737 und 1780 erschien diese Studie 1998 als Monografie. Nach dem Wechsel an die Freie Universität Berlin und der Beschäftigung dort zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin, dann als Assistentin erfolgte im WS 2006/07 die Habilitation im Fach Neuere Geschichte. Der Titel der Habilitationsschrift lautete Transmission von Herrschaft und Verwandtschaft in der frühneuzeitlichen Fürstengesellschaft des Reiches (15. bis 18. Jahrhundert). Die Ergebnisse dieser Arbeit liegen inzwischen in Form von Buch- und Zeitschriftenartikeln vor. Eine Monografie wird in Kürze publiziert.

Seit dem SoSe 2008 war Michaela Hohkamp am FB Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin als W2-Professorin für die Geschichte der Frühen Neuzeit/ Historische Anthropologie und Geschlechtergeschichte tätig.

Seit November 2011 nun ist sie - für anderthalb Jahre in Doppelbesetzung - auf die Professur für Frühe Neuzeit am Historischen Seminar der LUH berufen worden. Neben und ergänzend zu dieser Tätigkeit wird Prof. Michaela Hohkamp im Kompetenzzentrum für Raumforschung und Raumentwicklung mitwirken und mit der weiteren Profilierung der fakultätsübergreifenden Arbeitsgruppe Raum und Region - Geschichte, Planung, Entwicklung betraut sein.

Nicht zuletzt bleibt zu vermerken, dass die universitäre Lehre ebenso wie das gemeinsame Forschen „vor Ort“ mit Studierenden und in Kooperation mit wissenschaftlichen und außerwissenschaftlichen Institutionen immer schon ein zentraler Bestandteil ihrer Arbeit gewesen ist und weiter sein wird.