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Warum isst Du, was Du isst?

Neues Verbundprojekt mit Beteiligung der Religionswissenschaft bewilligt: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die Volkswagenstiftung fördern interdisziplinäre Forschung zu pflanzlich orientierten Ernährungsstilen als Schlüssel zur Nachhaltigkeit mit rund 1,1 Millionen Euro.

Im Oktober 2018 startet das Projektteam an den beiden Universitäten Göttingen und Hannover. Zu den beteiligten Fächern gehören die Agrarwissenschaften der Georg-August-Universität Göttingen und die Religionswissenschaft der Leibniz Universität Hannover. Daneben ist auch die Ernährungswissenschaft in Hannover beteiligt. Dr. Katja Triplett ist Leiterin des religionswissenschaftlichen Teilprojekts und wird ihre Forschungen an der Abteilung Religionswissenschaft an der Philosophischen Fakultät im Oktober aufnehmen.

Die Hinwendung zu einer pflanzlich orientierten Ernährung ist nicht nur ökologisch, sondern auch gesundheitlich, ethisch, kulturell, religiös oder spirituell motiviert. Der Konsum von Produkten tierischen Ursprungs ist einer der „Big Five“-Treiber des Klimawandels. Im Verlauf der letzten 50 Jahre ist der Konsum von Fleisch rapide an- gestiegen, der Preis für Fleisch stark gesunken. Eine stärkere Diversifizierung der Esskultur in Deutschland in jüngster Vergangenheit schließt Vielfleischesser bis zu verschiedenen Formen des Vegetarismus und anderen pflanzlich orientierten Ernährungsstilen ein. Bisher ist jedoch unklar, wie nachhaltig die unterschiedlichen pflanzlich orientierten Ernährungsstile eigentlich sind, wie sie aus gesundheitlicher Perspektive bewertet werden können und ob bzw. wie Verbraucher diese dauerhaft beibehalten („Lebensabschnittvegetarier“). 

Das Verbundprojekt hat vor diesem Hintergrund zwei Ziele: 1. Vergleich der verschiedenen Ernährungsstile aus einer umfassenden, auch interkulturellen Nachhaltigkeitsperspektive unter Einbeziehung der menschlichen Gesundheit und Leistungsfähigkeit. 2. Analyse der Frage, ob diese Ernährungsstile dauerhaft von den Menschen realisiert werden und damit langfristige Nachhaltigkeitsfortschritte erzielbar sind. Auf der Basis der Forschungsergebnisse soll die Nachhaltigkeit der Ernährung in Niedersachsen verbessert werden, z. B. durch optimierte Lebensmittelangebote und eine zielgruppenspezifische Ernährungskommunikation. 

Die beiden übergeordneten Forschungsziele werden mit Methoden der empirischen Sozialforschung, klinischen Studien zur Bewertung von Ernährungs- und Gesundheitszustand sowie körperlicher Leistungsfähigkeit, Paneltests und instrumenteller Sensorik sowie Ökobilanzen interdisziplinär erarbeitet. Die Einbindung von zivilgesellschaftlichen Organisationen u. a. aus den Bereichen Tier- und Umweltschutz, Kultur und Gesundheit ist ein zentrales Element des partizipativen Vorhabens. Ein gemeinsames Programm zum Forschungsorientierten Lernen mit Bachelor- und Masterstudierenden beider Universitäten stärkt die Nachwuchsförderung.