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Die Philosophische Fakultät begrüßt Prof. Dr. Lysann Zander am Institut für Erziehungswissenschaft

Prof. Dr. Lysann Zander (Foto: Christina Stivali)

Mit Prof. Dr. Lysann Zander als Lehrstuhlinhaberin für Empirische Bildungsforschung (W3) ist zum Sommersemester auch die vierte Professur am Institut für Erziehungswissenschaft hochrangig besetzt worden.

Lysann Zander studierte zunächst Psychologie an der Humboldt Universität Berlin, der California State University Northridge und der University of California, Santa Barbara. Nach ihrem Diplom-Abschluss 2004 sowie einem einjährigen Aufenthalt an der City University New York (Graduate Program Experimental Psychologie) wechselte Frau Zander 2006 als Doktorandin an die Freie Universität Berlin, wo sie 2010 mit der Dissertationsschrift Perceptions of Ability and Availability of Help among Classmates - Does Having a Migration Background Matter? promoviert wurde. In der Folge war sie an der FU Berlin wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Schul- und Unterrichtsforschung und übernahm dort auch die Leitung des BMBF-Projekts „Der Einfluss musisch kreativer Projekte auf die schulische Entwicklung von Jugendlichen“. 2015 folgte die publikationsbasierte Habilitationsschrift „Sage mir, mit wem du umgehst...“ Reziproke Zusammenhänge zwischen Selbstwahrnehmung, Merkmalen Anderer und Beziehungen zu Anderen in Lernkontexten (Venia Legendi: Psychologie), ehe sie nun dem Ruf nach Hannover folgte. Seit 2015 ist Prof. Zander zudem Lecturer für Social Psychology an der New York University (Campus Berlin). 

In ihrer Lehre und Forschung widmet sich Prof. Zander vor allen Dingen Fragen der Heterogenität von Klassenzimmern in Bezug auf identitätsrelevante Aspekte wie ethnische Gruppenzugehörigkeit, kulturelle Herkunft oder sozioökonomischen Status: Warum haben Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund schlechtere Schulleistungen als Kinder und Jugendliche, deren Eltern nicht zugewandert sind? Warum schätzen Mädchen ihre Kompetenzen in naturwissenschaftlichen Fächern und Mathematik so gering ein? Warum entscheiden sich so wenige Mädchen für ein Studium der Informatik? Mit ihrem interdisziplinären Ansatz an der Schnittstelle von Erziehungswissenschaften und Psychologie erschließt Frau Zander dabei Ursachen für systematische Unterschiede und Ungleichheiten in Bezug auf schulische Leistungen, erreichte Bildungsabschlüsse oder gewählte Studiengänge. Ein weiteres Augenmerk von Prof. Zanders Ansatz der empirischen Bildungsforschung liegt dabei auf der Überführung der analytischen Beobachtungen in pädagogische Praxis: Verstärken sich bestehende Ungleichheiten, wenn sich ‚gleich und gleich’ im Klassenzimmer gerne gesellt, nicht nur freundschaftlich, sondern beispielsweise auch, um sich fachlich auszutauschen? Wie lässt sich Kontakt zwischen Schülerinnen und Schülern verschiedener Gruppen anregen und damit bestehende Heterogenität im Klassenraum besser nutzen? Die Bearbeitung dieser Fragen durch Prof. Zander und ihr Team am Arbeitsbereich Empirische Bildungsforschung wird in den nächsten Jahren sicherlich zu spannenden und höchst relevanten Ergebnissen führen.

Die Philosophische Fakultät begrüßt Prof. Dr. Lysann Zander sehr herzlich und freut sich auf ihren Beitrag in Forschung und Lehre am Institut für Erziehungswissenschaft.