Wir freuen uns sehr, Prof. Dr. Anette Schlimm als neue Kollegin an der Philosophischen Fakultät begrüßen zu können.
Anette Schlimm hat sich im Januar 2020 an der Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München habilitiert und erhielt dort die Venia legendi für Neuere und Neueste Geschichte. Ihre Habilitationsschrift trägt den Titel „Übergangsgesellschaften regieren. Drei Dörfer und die Moderne“. Zuvor wurde sie im März 2011 an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg mit der Dissertation „Ordnung des Verkehrs – Ordnung der Gesellschaft. Verkehrsexpertise als Ordnungsdenken und Social Engineering in Deutschland und Großbritannien (1920er- bis 1950er-Jahre)” promoviert. Im akademischen Jahr 2023/24 war Prof. Schlimm zudem als Richard von Weizsäcker Visiting Fellow am European Studies Centre des St. Antony’s College der University of Oxford tätig.
Mit ihrer ausgewiesenen Expertise in der deutschen und europäischen Geschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts wird Anette Schlimm die Forschung und Lehre unserer Fakultät maßgeblich bereichern, insbesondere durch ihre konsequent interdisziplinäre und transnational angelegte wissenschaftliche Arbeit, die Geschichtswissenschaft mit sozial- und kulturwissenschaftlichen Ansätzen verbindet und auch die transatlantische Ebene in den Blick nimmt.
Die Leitung der Philosophischen Fakultät freut sich sehr auf die Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Anette Schlimm sowie ihren wissenschaftlichen Beitrag im Historischen Seminar.
Zwei Fragen an Prof. Dr. Anette Schlimm
Meine aktuellen Forschungsthemen in drei Sätzen:
Ich forsche zu zwei Themen, die bis vor einigen Jahren noch wenig Aufmerksamkeit in der Zeitgeschichte bekamen. Ich zeige, dass ländliche Räume, die lange einfach als “verspätet” galten, Räume von großer Eigendynamik waren und gerade in einem dezentralen Land wie Deutschland viel mehr Einfluss auf politische Kultur, Bildung, Lebensverhältnisse und Wirtschaftsdynamik hatten, als wir lange Zeit verstanden haben. Und ich untersuche die Geschichte der radikalen Rechten im langen 20. Jahrhundert, im Moment vor allem die lange ignorierten Vorläufer der heutigen “Reichsbürger” und ihre Verschränkungen mit konservativen und alternativen Milieus.
In der Lehre ist mir besonders wichtig:
Die Bedingungen des Studierens verändern sich permanent. Im Moment ist KI in aller Munde - aber was bedeutet das nicht nur für die Studienbedingungen und Prüfungsleistungen, sondern auch für die Fähigkeiten, die Geschichtsstudierende in den nächsten Jahren brauchen werden? Welche Fähigkeiten sind die “Superkräfte” von Historikerinnen und Historikern, und wie können wir sie erhalten und ausbauen? Über diese Themen möchte ich im Gespräch bleiben - mit den Studierenden ebenso wie mit Kolleginnen und Kollegen.