Neben zahlreichen spannenden Vorträgen organisierte auch das CROSSJET-Team ein Event zum Thema Energiekolonialismus und Indigene territoriale Rechte. Prof. Dr. Javier Lastra-Bravo, Leiter von CROSSJET, diskutierte dabei mit den Indigenen Expert:innen Rodrigo Paillalef und Anexa Cunningham, wie sich die europäische Nachfrage nach kritischen Rohstoffen auf das Recht auf freie, vorherige und informierte Zustimmung (FPIC), auf Wasserzugang und auf die territoriale Selbstbestimmung Indigener Gemeinschaften auswirkt.
Trotz der unterschiedlichen Kontexte und Rohstoffe in verschiedenen Weltregionen zeigte sich eine erschreckend klare Tendenz: Indigene Gebiete werden weiterhin als „Opferzonen“ für die Energiewende behandelt, die an anderen Orten geplant wird. „Der Lithiumabbau für zentrale Technologien der Energiewende – wie E-Fahrzeuge und Speicherelemente – versorgt vor allem den Rohstoffbedarf des Globalen Nordens“, erklärt Prof. Dr. Lastra-Bravo. „In Indigenen Gebieten in Argentinien, Bolivien und Chile verursacht dies spürbare soziale und ökologische Kosten.“ Durch den wasserintensiven Abbauprozess wird etwa das Wasser in Wüstenregionen für Menschen und Felder immer knapper.
Der Rohstoff Lithium steht im Zentrum des Forschungsprojekt CROSSJET „At the Crossroads of Global Just Energy Transition: EU‘s Lithium Policy and Its Impact on Indigenous Communities in South America's Lithium Triangle“ im Arbeitsbereich „Umweltsoziologie und Globale Transformation“. CROSSJET will Wege aufzeigen, wie eine globale Energiewende gestaltet werden kann, die ökologische Grenzen und die Rechte lokaler Bevölkerungen respektiert. Die Zusammenarbeit mit Indigenen Völkern, die von den Auswirkungen betroffen sind, ist dabei essentieller Bestandteil des Forschungsprojekts. Das fünfjährige Projekt erhält rund 1,95 Millionen Euro aus der Förderinitiative Change! Fellowships der VolkswagenStiftung.
Hinweis:
Für weitere Informationen steht Ihnen Prof. Dr. Javier Lastra-Bravo, Institut für Soziologie, telefonisch unter +49 511 762 5604 oder per E-Mail unter j.lastra.bravo@ish.uni-hannover.de gern zur Verfügung.