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Die Philosophische Fakultät trauert um Elfriede Billmann-Mahecha

Die Philosophische Fakultät trauert um Elfriede Billmann-Mahecha

© Christian Bierwagen/LUH

Prof. Dr. Elfriede Billmann-Mahecha ist am 10. September 2025 im Alter von 74 Jahren verstorben.

Elfriede „Elfi“ Billmann-Mahecha wurde am 13. Juni 1951 in Nürnberg geboren und studierte Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg, wo sie 1978 das Diplom und 1982 die Promotion erfolgreich abschloss und sich 1988 – als Akademische Oberrätin – habilitierte. Nach einem mehrjährigen Lektorat am Institut für Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsforschung der Universität Wien wurde sie 1994 an die Leibniz Universität auf eine Professur für Psychologie mit entwicklungspsychologischem Schwerpunkt berufen. Hier war sie entscheidend am Aufbau eines wissenschaftlichen Profils des Instituts für Psychologie (ursprünglich Institut für Pädagogische Psychologie) beteiligt, um den für die Lehramtsausbildung erforderlichen Anschluss an die Standards moderner empirischer Bildungswissenschaften sicherzustellen. Dazu gehörte auch, zusammen mit Nachbardisziplinen in der Fakultät, die Konzeption des bis heute erfolgreichen interdisziplinären Masterstudiengangs Bildungswissenschaften.

Auf der Basis einer profunden philosophisch-wissenschaftstheoretischen Expertise vertrat Elfi Billmann-Mahecha in ihren empirischen Forschungen vor allem qualitative Ansätze. Diese waren überwiegend auf entwicklungs- und kulturpsychologische Fragestellungen gerichtet. Die große Breite ihrer Themen umfasste Fragen des moralischen Wollens, der Religiosität, des historischen Bewusstseins oder der allgemeinen kognitiven Förderung und Förderbarkeit in der kindlichen Entwicklung. Größere Forschungsprojekte waren die Hannoversche Grundschulstudie und Arbeiten zu Kinderzeichnungen und ihrer Auswertung. Zudem veröffentlichte sie immer wieder grundlegende methodische und methodologische Beiträge sowie Abhandlungen zur Geschichte der Psychologie und insbesondere zur (Wieder-)Entdeckung der Leistungen deutschsprachiger Psychologinnen. Dieses umfassende psychologische Themenspektrum brachte sie auch in die Lehre ein und war für ihre Studierenden, ihre Kolleginnen und Kollegen immer eine zuverlässige, hilfsbereite und inspirierende Quelle wissenschaftlichen Wissens und Denkens.

Darüber hinaus hat sich Elfi Billmann-Mahecha sehr mit der Leibniz Universität identifiziert und war immer wieder bereit, an ihren Organisationsstrukturen mitzuwirken. Auf ihre Tätigkeiten als Geschäftsführende Leiterin des Instituts, als Dekanin des ehemaligen Fachbereichs Erziehungswissenschaften, als Senatorin und als Forschungsdekanin der Philosophischen Fakultät folgte schließlich 2013, noch im Präsidialteam von Prof. Barke, die Übernahme des Amtes der Vizepräsidentin für Lehre. Dieses Amt übte sie bis 2020 mit großem Engagement und ohne Schonung der eigenen Kräfte aus - einschließlich der großen Anforderungen, die während der Corona-Pandemie zu bewältigen waren. Mit Frau Billmann-Mahecha haben wir eine besonnene, freundliche und hoch geschätzte Wissenschaftlerin verloren, die sich stets für die Belange aller Mitarbeitenden und Studierenden, aber auch für die Weiterentwicklung der Hochschule und ihrer Strukturen einsetzte und durch ihre Hilfsbereitschaft, Integrität und Kollegialität hohes Ansehen genoss. Ihre Bestimmtheit und ihre Menschlichkeit, Wärme und wertschätzende Art waren ein Gewinn für alle, die mit ihr zusammenarbeiten durften.

Die Bestattung findet im engeren Kreis in Jena statt, wo sie ihr letztes Lebensjahr nahe bei ihrer Familie verbrachte.

Prof. Dr. Katja Mackowiak, Dekanin der Philosophischen Fakultät
Prof. Dr. Peter F. Titzmann, Institut für Psychologie, Geschäftsführender Leiter