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Qualität in der Bildung und Entwicklung unter 3

Sprachliche, emotionale  und soziale Entwicklungsverläufe von Kindern in der Tagespflege und der  Krippe unter der Zielperspektive von Inklusion

Projektmitarbeiter:

Dr. Timm Albers
Prof. Dr. Bettina Lindmeier

Projektbeschreibung

Gegenstand der Untersuchung ist die vergleichende Betrachtung der sprachlichen und sozial-emotionalen Entwicklungsverläufe von normal entwickelten und entwicklungsgefährdeten Kindern unter drei Jahren in unterschiedlichen Formen institutionalisierter Tagesbetreuung (Krippen, Tagesmütter). Den Bezugsrahmen bildet der durch die Familienpolitik eingeleitete Ausbau der Kinderbetreuung für Kinder unter drei Jahren. Sie geht einher mit kontroversen Diskussionen um mögliche negative Konsequenzen für die Entwicklung der Kinder durch die frühe Trennung von der primären Bindungsperson und eine unzureichende Qualität der Betreuungsangebote. Im deutschen Sprachraum liegen derzeit noch kaum systematische Daten über die Entwicklungsverläufe von Kindern vor, die ab oder unter einem Jahr in Krippen oder in der Tagespflege betreut
wurden. Dies gilt in besonderem Maße für entwicklungsgefährdete Kinder, da die Diskussion um die Ausweitung der Krippenbetreuung im Allgemeinen und der integrativen Krippenbetreuung im Besonderen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch in den Anfängen steckt.

Forschungsgegenstand und Ziele:

Durch die enge Kopplung sprachlicher Kompetenzen an kognitive und sozial-emotionale Fähigkeiten ergibt sich über Konsequenzen für den späteren Schulbesuch hinaus ein erhöhtes Risiko für überdauernde soziale und emotionale Entwicklungsbeeinträchtigungen. Besondere Chancen bieten in diesem Zusammenhang diagnostische Verfahren, die möglichst frühzeitig verlässliche Aussagen darüber treffen können, ob ein Kind über ein ausreichendes Maß sprachlicher und kommunikativer Kompetenzen verfügt, ob es eine Sprachförderung im Kindergarten benötigt oder ob eine Sprachstörung vorliegt. Pädagogische Prozessqualität wird sich daran messen lassen müssen, ob es der pädagogischen Institution und den Fachkräften gelingt, eine Umwelt bereit zu stellen, die die Interaktion in der Gruppe der Gleichaltrigen unterstützt und sprachliche Strukturen bereitstellt, die die Entwicklung altersadäquater Sprachkompetenz ermöglicht.

Die Erfassung der Entwicklungsverläufe erfolgt zu mehreren Zeitpunkten mittels standardisierter Verfahren und wird durch qualitative Methoden (teilnehmende Beobachtung mit Interaktionsanalysen) ergänzt. Die Settings institutionalisierter Tagesbetreuung werden ebenfalls mittels standardisierter Verfahren erfasst. Die vergleichende Interpretation von
Entwicklungsverläufen und Rahmenbedingungen soll differenzierte Aussagen zu entwicklungsförderlichen Bedingungen für Kleinstkinder ermöglichen und so Hinweise für die Gestaltung des weiteren Ausbaus institutionalisierter Tagesbetreuung geben.

 Förderer

Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe)