Systemlösungen im Nachhaltigen Landmanagement
[...] Nachhaltiges Landmanagement ist ein Querschnittsthema und wichtiges Ziel des Programms "Forschung für nachhaltige Entwicklungen" (FONA). Seit 2010 werden im Rahmen der Fördermaßnahme "Nachhaltiges Landmanagement" Forschungs- und Entwicklungsprojekte gefördert (www.nachhaltiges-landmanagement.de). Die vorliegende zweite Förderbekanntmachung ist die funktionale Weiterentwicklung der erfolgreich begonnenen Fördermaßnahme. Sie unterstützt die Ziele der Hightech-Strategie 2020 der Bundesregierung, insbesondere die dort genannten Bedarfsfelder Klima/Energie und Gesundheit/Ernährung.
Nachhaltige Lösungen im Landmanagement erfordern vielfältige Innovationen, die sich in der Regel in einem komplexen Umfeld bewegen. Innovationen im Landmanagement werden nicht allein durch die Regeln des Marktes bestimmt. Verschiedene Nutzungsinteressen, Eigentumsverhältnisse, rechtliche Regelungen, Organisationsformen, institutionelle Verantwortlichkeiten und vieles mehr sind mit entscheidend dafür, ob sich neue Technologien, Dienstleistungen oder Handlungsstrategien im Umgang mit den Landressourcen durchsetzen.
Sowohl für eine umsetzungsorientierte Forschung als auch für die Praxis selbst wird es daher immer wichtiger, sich mit Innovationsprozessen auseinander zu setzen. Die Mechanismen von Innovationen im Landmanagement und deren Rahmenbedingungen müssen verstanden werden, um darauf aufbauend gezielt die nächsten Innovationsschritte vorbereiten zu können.
Mit der Förderung von Innovationsgruppen soll daher die Forschung und Entwicklung (FuE) neuer Lösungen für das nachhaltige Landmanagement mit einer gezielten Analyse der Innovationsbedingungen und der darauf aufbauenden Entwicklung von Innovationskonzepten verknüpft werden. Damit dies gelingt, werden den Mitgliedern einer Innovationsgruppe entsprechende Möglichkeiten eingeräumt, sich mit Innovationsprozessen und Innovationsforschung auseinanderzusetzen und die erforderlichen Kompetenzen zu erwerben. Mit der Qualifizierung von Fachkräften wird auch ein signifikanter Beitrag zu den innovationspolitischen Ansätzen der Hightech-Strategie 2020 geleistet.
1 Zuwendungszweck, Rechtsgrundlage
1.1 Zuwendungszweck
Mit der Förderung von transdisziplinären Innovationsgruppen verfolgt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Ziel, in Anlehnung an Modul B der laufenden Fördermaßnahme und den dort adressierten Themenfeldern, weitere Systemlösungen für das nachhaltige Landmanagement zu initiieren. Für die angestrebte Systemlösung sollen die FuE-Arbeiten unter Einbeziehung der Kenntnisse aus der Innovationsforschung mit einer Innovationsanalyse und der darauf aufbauenden Entwicklung eines Innovationskonzeptes verknüpft werden.
Die Mitglieder der Innovationsgruppen sollen durch einen zielgerichteten Erwerb von Innovationskompetenz in die Lage versetzt werden, Innovationsprozesse zu verstehen, die Bedingungen für eine erfolgreiche Implementierung der entwickelten Lösung zu untersuchen und auf dieser Grundlage die nächsten erforderlichen Schritte in einem Innovationskonzept zusammen zu fassen. Der Erwerb von Innovationskompetenz soll die Umsetzung der Forschungsergebnisse und der entwickelten Systemlösungen befördern. Weiterhin soll er die Teilnehmer befähigen, im weiteren Berufsleben Innovationsprozesse im Landmanagement gezielt initiieren und steuern zu können.
Die Forschung für das nachhaltige Landmanagement bewegt sich in einem komplexen Handlungsfeld. Daher muss sie einen stark integrativen Ansatz auf mehreren Ebenen verfolgen:
- Die Innovationsgruppen sollen interdisziplinär zusammengesetzt sein, sodass naturwissenschaftlich-technische Fachdisziplinen, wie z.B. Boden-, Wasser-, Ökosystem-, Klima-, Agrarforschung, mit den Planungswissenschaften sowie mit wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen, wie Ressourcenökonomie, Siedlungsgeografie, Sozialökologie, Umweltethik und Governance-Forschung zusammengeführt werden.
- Um die Forschungsarbeiten praxisnah und umsetzungsorientiert zu gestalten, sollen in den Innovationsgruppen Vertreter aus Wissenschaft (z.B. aus Universitäten, Fachhochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen) und Praxis (z.B. aus kommunalen Einrichtungen, Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und Verbänden) transdisziplinär zusammen arbeiten. Die Förderung soll damit auch Vertretern der Praxis die Weiterqualifikation und den Erwerb von Innovationskompetenz ermöglichen. Damit kann ein maßgeblicher Beitrag zur Anwendung von Innovationsprozessen geleistet werden.
- Innovationen im Landmanagement können nur dann erfolgreich sein, wenn sie im Systemzusammenhang (z.B. Technologie, Verfahren, Organisationsformen, Dienstleistungen, Betreibermodell, Finanzierung, Verantwortlichkeiten, Akzeptanz) betrachtet werden. In den Forschungsansätzen der Innovationsgruppen sollen daher technologische und nicht-technologische Aspekte integriert untersucht werden.
Die Fördermaßnahme unterstützt neben den bereits genannten nationalen Zielsetzungen die Umsetzung der "Strategie Europa 2020" der EU. Ziel dieser Strategie ist es, in Europa ein intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum voranzutreiben. Um das gesetzte Ziel zu erreichen, hat die EU Kommission sieben Leitinitiativen initiiert. Zur Umsetzung sind auf nationaler und europäischer Ebene verschiedene Maßnahmen notwendig. Die Förderung von transdisziplinären Innovationsgruppen trägt insbesondere zur Leitinitiative "Innovationsunion" bei.
Die Fördermaßnahme "Nachhaltiges Landmanagement" verfolgt darüber hinaus das Ziel einer integrierten räumlichen Entwicklung. Durch eine auf Regionen bezogene Forschung in den Verbundvorhaben, durch die Einbeziehung lokaler und regionaler Akteure sowie die Berücksichtigung der Wechselbeziehungen zwischen ländlichen und urbanen Räumen stärkt die Fördermaßnahme die Wettbewerbsfähigkeit von Regionen. Sie leistet damit einen Beitrag zur Territorialen Agenda der Europäischen Union 2020. [...]
Die vollständige Ausschreibung finden Sie unter http://www.bmbf.de/foerderungen/18550.php

